Mitarbeiterportraits und Executive Portraits: Wie Unternehmen Menschen sichtbar machen
Eine Unternehmenswebsite zeigt häufig viele Menschen, aber nur wenige unterschiedliche Perspektiven auf sie. Portraits folgen demselben Bildausschnitt, Führungskräfte werden möglichst repräsentativ dargestellt, Mitarbeitende in einheitlicher Pose fotografiert. Das Ergebnis ist ein geordneter Auftritt, der wenig über die einzelnen Personen erzählt.
Gute Mitarbeiterportraits benötigen beides: eine erkennbare gestalterische Verbindung zum Unternehmen und genügend Raum für Individualität. Bei Executive Portraits kommen häufig weitere Anforderungen hinzu, weil die Bilder auch in Medien, Geschäftsberichten und der öffentlichen Kommunikation verwendet werden. Wie lässt sich daraus eine gemeinsame Bildsprache entwickeln, die unterschiedliche Menschen und Funktionen angemessen zeigt?

Warum Mitarbeiterportraits nicht alle gleich aussehen müssen
Ein Unternehmen besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben, Persönlichkeiten und Verantwortlichkeiten. Trotzdem werden sie in der Unternehmenskommunikation häufig nach einem einzigen fotografischen Schema dargestellt.
Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Einheitliche Hintergründe, Bildausschnitte und Lichtverhältnisse sollen einen konsistenten visuellen Auftritt schaffen.
Allerdings ist Einheitlichkeit nicht automatisch mit einer guten Bildsprache gleichzusetzen.
Eine Portraitserie kann technisch vollkommen konsistent sein und gleichzeitig wenig über die Menschen vermitteln, die sie zeigt.
Entscheidend ist deshalb, welche gestalterischen Elemente gleich bleiben sollten und wo individuelle Unterschiede sinnvoll sind.
Ein Mitarbeiterportrait erfüllt eine andere Aufgabe als ein Executive Portrait
Mitarbeiterportraits und Executive Portraits gehören zur Unternehmensfotografie. Ihre Anwendungsbereiche überschneiden sich, unterscheiden sich jedoch in bestimmten Anforderungen.
Ein klassisches Mitarbeiterportrait dient häufig der Vorstellung einer Person. Auf Teamseiten, in Mitarbeiterverzeichnissen oder beruflichen Profilen soll schnell erkennbar sein, wer zu einem Unternehmen gehört und welche Funktion die betreffende Person übernimmt.
Hier sind ein klarer Bildausschnitt und eine konsistente Darstellung besonders hilfreich. Wenn dreissig Portraits nebeneinander erscheinen, sollten Unterschiede in Perspektive und Gestaltung nicht unbeabsichtigt die Aufmerksamkeit auf einzelne Personen lenken.
Ein Executive Portrait wird dagegen häufig in zusätzlichen Zusammenhängen verwendet. Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte erscheinen in Geschäftsberichten, Medienbeiträgen, Interviews, Präsentationen und Unternehmenspublikationen.
Ein einziges enges Kopfportrait deckt diese Anwendungen nicht immer ausreichend ab.
Deshalb kann es sinnvoll sein, Führungskräfte in unterschiedlichen Bildausschnitten und Situationen zu fotografieren. Neben einem klassischen Portrait können weiter gefasste Aufnahmen, sitzende Portraits oder Fotografien innerhalb der tatsächlichen Arbeitsumgebung entstehen.
Der Unterschied liegt damit weniger in der fotografischen Qualität als im Umfang und in der späteren Verwendung.
Ein Executive Portrait ist nicht deshalb aufwendiger, weil eine Führungskraft grundsätzlich repräsentativer dargestellt werden muss. Vielmehr benötigt ihre öffentliche Rolle häufig eine grössere Bandbreite an Bildformaten.
Eine gemeinsame Bildsprache bedeutet nicht dieselbe Pose
Bei grösseren Portraitproduktionen wird häufig versucht, sämtliche Personen möglichst identisch zu fotografieren.
Das kann gestalterisch funktionieren, birgt aber eine Schwierigkeit.
Menschen unterscheiden sich in Körperhaltung, Gesichtsausdruck und darin, wie selbstverständlich sie vor einer Kamera stehen.
Eine Pose, die bei einer Person natürlich wirkt, kann bei einer anderen angespannt aussehen. Ein sehr enger Bildausschnitt funktioniert möglicherweise bei einem Portrait hervorragend, während er bei einer anderen Person eine ungünstige Wirkung erzeugt.
Deshalb sollte die fotografische Konsistenz nicht ausschliesslich über identische Körperhaltungen hergestellt werden.
Sinnvoller ist es, bestimmte gestalterische Konstanten festzulegen.
Dazu gehören die grundsätzliche Lichtcharakteristik, der Umgang mit Farben, die Bildperspektive und die Positionierung der Personen innerhalb des vorgesehenen Layouts.
Innerhalb dieses Rahmens können Haltung, Blickrichtung und Ausdruck individuell angepasst werden.
Ein Portrait darf ruhig und zurückhaltend wirken. Ein anderes kann eine offenere, lebendigere Ausstrahlung besitzen.
Solange beide Aufnahmen denselben übergeordneten Gestaltungsprinzipien folgen, müssen diese Unterschiede die Konsistenz der Bildserie nicht beeinträchtigen.
Eine gemeinsame Bildsprache entsteht nicht dadurch, dass alle Menschen gleich fotografiert werden. Sie entsteht, wenn unterschiedliche Menschen als Teil derselben Organisation erkennbar bleiben.
Warum Persönlichkeit nicht mit künstlicher Lockerheit verwechselt werden sollte
Unternehmen wünschen sich häufig authentische Portraits.
Was damit gemeint ist, bleibt im Briefing jedoch manchmal unklar.
Ein Teil der Auftraggeber versteht darunter lächelnde Menschen und eine möglichst lockere Atmosphäre. Andere möchten eine dokumentarischere Bildsprache, bei der die fotografierten Personen möglichst wenig angeleitet werden.
Beide Ansätze können funktionieren.
Allerdings entsteht ein glaubwürdiges Portrait nicht zwangsläufig dadurch, dass Menschen lachen oder besonders entspannt wirken.
Eine zurückhaltende Person muss für ein professionelles Portrait nicht demonstrativ lächeln. Ebenso wenig benötigt eine Führungskraft grundsätzlich einen ernsten Gesichtsausdruck.
Wichtig ist, dass die fotografische Darstellung zur Person passt.
Die Aufgabe des Fotografen besteht deshalb darin, unterschiedliche Ausdrucksformen zu ermöglichen und gemeinsam mit der fotografierten Person herauszufinden, welche Variante überzeugend wirkt.
Gerade bei Executive Portraits kann eine allzu deutliche Inszenierung problematisch sein.
Verschränkte Arme, ein auffällig dominanter Kamerawinkel oder eine bewusst ernste Mimik sollen häufig Autorität vermitteln. Solche Gestaltungsmittel können jedoch auch vorhersehbar und unpersönlich wirken.
Eine ruhigere Bildkomposition, eine passende Umgebung und ein natürlicher Ausdruck können denselben professionellen Kontext wesentlich differenzierter darstellen.
Welche Rolle Hierarchie bei Unternehmensportraits spielen sollte
Die visuelle Darstellung einer Organisation enthält immer auch Entscheidungen darüber, wer wie sichtbar wird.
Auf manchen Unternehmenswebsites erhalten Mitglieder der Geschäftsleitung grosszügige Einzelportraits, während alle anderen Mitarbeitenden ausschliesslich in kleinen, identischen Bildfeldern erscheinen.
Dafür kann es funktionale Gründe geben. Führungskräfte benötigen möglicherweise zusätzliche Fotografien für öffentliche Auftritte und Medienarbeit.
Trotzdem lohnt es sich, die gestalterische Hierarchie bewusst zu hinterfragen.
Ein Unternehmen, das auf seine fachlichen Spezialistinnen und Spezialisten angewiesen ist, kann davon profitieren, auch diese Menschen in ihrer tatsächlichen Arbeit sichtbar zu machen.
Das gilt besonders dann, wenn Kunden nicht ausschliesslich mit der Geschäftsleitung, sondern direkt mit unterschiedlichen Fachpersonen zusammenarbeiten.
Eine differenzierte Bildsprache kann solche Beziehungen nachvollziehbar darstellen.
Dabei müssen nicht alle Personen dieselbe Anzahl Fotografien erhalten.
Entscheidend ist vielmehr, ob die fotografische Darstellung zu den tatsächlichen Kommunikationsaufgaben passt.
Die Hierarchie einer Website sollte deshalb nicht unreflektiert auf die fotografische Wertigkeit der abgebildeten Menschen übertragen werden.
Wie eine Portraitserie für unterschiedliche Menschen entwickelt wird
Eine konsistente Portraitserie beginnt idealerweise nicht mit einem einzelnen Fotoshooting.
Zunächst sollte geklärt werden, wie die Fotografien später zusammenwirken.
Gerade bei grösseren Unternehmen erscheinen Portraits selten isoliert. Sie werden auf Teamseiten, in Geschäftsberichten, auf LinkedIn oder innerhalb von Präsentationen neben anderen Bildern verwendet.
Die Wirkung eines einzelnen Portraits ist deshalb nur ein Teil der Aufgabe.
Ebenso wichtig ist das Zusammenspiel der gesamten Bildserie.
Warum das spätere Layout die Fotografie beeinflussen sollte
Eine häufig unterschätzte Frage lautet: Wie werden die Portraits nach der Produktion tatsächlich dargestellt?
Auf einer Teamseite können zwanzig Portraits in einem regelmässigen Raster erscheinen. In einem Geschäftsbericht steht möglicherweise eine einzelne Führungsperson auf einer ganzen Seite.
Diese Anwendungen benötigen unterschiedliche Bildkompositionen.
Bei einem Portraitraster sollten die Personen ungefähr gleich gross erscheinen. Augenhöhe, Ausschnitt und Hintergrund müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass keine unbeabsichtigten Grössenunterschiede entstehen.
Bei einem grossflächigen Executive Portrait kann dagegen mehr Raum um die Person sinnvoll sein.
Der Hintergrund darf eine stärkere gestalterische Funktion übernehmen. Auch eine asymmetrische Komposition kann funktionieren, beispielsweise wenn die Fotografie später mit Text kombiniert wird.
Deshalb ist es sinnvoll, das vorgesehene Layout bereits vor der Produktion zu berücksichtigen.
Ein Portrait, das einzeln hervorragend aussieht, kann innerhalb einer Serie unruhig wirken.
Umgekehrt kann ein sehr zurückhaltendes Portrait in einer Teamübersicht genau die richtige Wirkung entfalten.
Drei unterschiedliche Portraitformate innerhalb einer Bildwelt
Für Unternehmen mit unterschiedlichen fotografischen Anforderungen kann es sinnvoll sein, mehrere Portraitformate zu definieren.
Das klassische Mitarbeiterportrait besitzt eine klare, wiederholbare Komposition. Gesicht und Schulterpartie stehen im Mittelpunkt. Es eignet sich für Teamübersichten, Mitarbeiterverzeichnisse und berufliche Profile.
Das erweiterte Portrait zeigt mehr von der Person. Ein Halbportrait oder eine sitzende Aufnahme bietet zusätzliche gestalterische Möglichkeiten. Solche Fotografien können für persönliche Profilseiten, Interviews oder redaktionelle Unternehmensinhalte verwendet werden.
Das Portrait im Arbeitsumfeld stellt eine Verbindung zwischen Person und Tätigkeit her. Architektur, Materialien oder andere Elemente der tatsächlichen Arbeitsumgebung werden bewusst einbezogen.
Diese Formate erfüllen unterschiedliche Aufgaben, können aber innerhalb einer gemeinsamen Bildsprache entstehen.
Nicht jede Person benötigt sämtliche Varianten.
Für die Geschäftsleitung können beispielsweise alle drei Formate sinnvoll sein, während bei einer umfangreichen Teamübersicht zunächst ein klassisches Portrait pro Person ausreicht.
Entscheidend ist, dass diese Unterschiede bereits in der Planung berücksichtigt werden.
So kann eine Bildserie später erweitert werden, ohne dass die ursprüngliche gestalterische Konzeption verloren geht.
Lichtgestaltung muss unterschiedlichen Gesichtern gerecht werden
Eine einheitliche Lichtführung ist eine wichtige Grundlage für Corporate Portraits.
Allerdings reagiert nicht jede Person gleich auf denselben Lichtaufbau.
Gesichtsformen, Hauttöne, Haarstrukturen und Kleidung beeinflussen, wie Licht innerhalb einer Aufnahme wirkt.
Eine sehr gerichtete Beleuchtung kann beispielsweise bei einer Person interessante Konturen erzeugen, während sie bei einer anderen unerwünscht harte Schatten hervorruft.
Auch dunkle Kleidung vor einem dunklen Hintergrund benötigt besondere Aufmerksamkeit.
Deshalb sollte ein fotografisches Lichtkonzept nicht nur anhand einer einzigen Testperson entwickelt werden.
Sinnvoll ist es, unterschiedliche Personen bereits während der Vorbereitung zu berücksichtigen.
Eine grössere, weichere Lichtquelle kann beispielsweise eine flexible Grundlage für eine Portraitserie schaffen. Einzelne Anpassungen bleiben dennoch notwendig.
Auch die Kameraperspektive spielt eine Rolle.
Wird eine Person aus sehr kurzer Distanz aufgenommen, können perspektivische Veränderungen der Gesichtsproportionen entstehen. Ein grösserer Aufnahmeabstand ermöglicht bei klassischen Kopfportraits häufig eine zurückhaltendere Darstellung.
Die technische Grundlage dafür erläutert Nikon in seinen Empfehlungen zur Portraitfotografie. Dort werden insbesondere Aufnahmeabstand, Brennweite und Kameraposition als relevante gestalterische Faktoren beschrieben. Quelle: Nikon
Bei grösseren Serien besteht die fotografische Herausforderung deshalb darin, einen wiederholbaren Aufbau zu entwickeln, ohne auf notwendige individuelle Anpassungen zu verzichten.
Was professionelle Anleitung während eines Portraitshootings verändert
Ein technisch konsistenter Lichtaufbau allein ergibt noch keine überzeugende Portraitserie.
Ebenso wichtig ist die Arbeit mit den fotografierten Personen.
Manche Mitarbeitende stehen regelmässig vor einer Kamera. Andere empfinden bereits einen kurzen Portraittermin als ungewohnt.
Entsprechend unterschiedlich kann die fotografische Anleitung ausfallen.
Eine Person benötigt vielleicht eine klare Anweisung zur Körperhaltung. Bei einer anderen genügt eine kleine Veränderung der Blickrichtung.
Manchmal hilft es, während des Shootings kurz über etwas anderes zu sprechen, statt ausschliesslich über die Kamera und das gewünschte Ergebnis.
Entscheidend ist, die Situation nicht unnötig zu verkomplizieren.
Ein professioneller Portraitfotograf sollte einschätzen können, wann eine präzise Anweisung hilfreich ist und wann sie die fotografierte Person eher verunsichert.
Auch die unmittelbare Bildbeurteilung kann den Prozess unterstützen.
Wenn eine Person die ersten Aufnahmen sieht, lassen sich kleine Veränderungen gezielt besprechen. Das ist häufig hilfreicher als die Aufforderung, einfach natürlicher oder selbstbewusster zu wirken.
Die fotografierte Person muss nicht selbst wissen, welche Haltung vor der Kamera funktioniert.
Diese Verantwortung liegt beim Fotografen.
Weshalb Executive Portraits mehr gestalterischen Spielraum benötigen können
Bei Executive Portraits kommt häufig ein zusätzlicher Faktor hinzu: die Anzahl unterschiedlicher Veröffentlichungsformen.
Ein Mitglied der Geschäftsleitung benötigt möglicherweise Fotografien für einen Geschäftsbericht, ein Interview, eine Pressemitteilung und die eigene berufliche Kommunikation.
Das stellt höhere Anforderungen an die fotografische Vielseitigkeit.
Ein klassisches Kopfportrait kann dafür die Grundlage bilden.
Zusätzlich können weiter gefasste Aufnahmen entstehen, bei denen die Umgebung stärker einbezogen wird.
Auch verschiedene Blickrichtungen sind hilfreich. Bei redaktionellen Layouts muss nicht jede Person direkt in die Kamera schauen.
Besonders bei Medienportraits kann eine bewusst gestaltete Umgebung wichtige Informationen über den beruflichen Kontext vermitteln.
Ein Portrait innerhalb eines Unternehmensstandorts besitzt beispielsweise eine andere Aussage als eine isolierte Studioaufnahme.
Das bedeutet nicht, dass Executive Portraits grundsätzlich aufwendig inszeniert werden müssen.
Vielmehr lohnt es sich, für sie genügend Zeit einzuplanen, um unterschiedliche Anwendungen fotografisch abzudecken.
Eine gute Executive-Serie sollte auch dann funktionieren, wenn einzelne Bilder ohne die übrige Serie veröffentlicht werden.

Wie Unternehmen ihre Portraits langfristig sinnvoll einsetzen
Eine Portraitproduktion ist nicht abgeschlossen, sobald die bearbeiteten Fotografien geliefert wurden.
Gerade bei grösseren Unternehmen verändert sich die Zusammensetzung der Teams laufend. Neue Mitarbeitende kommen hinzu, Führungskräfte übernehmen andere Funktionen und bestehende Fotografien müssen aktualisiert werden.
Gleichzeitig entstehen neue Anwendungen. Ein Portrait, das ursprünglich für die Website produziert wurde, soll später möglicherweise in einem Geschäftsbericht oder einer Medienpublikation verwendet werden.
Deshalb sollte eine gute Portraitkonzeption auch die Zeit nach dem ersten Shooting berücksichtigen.
Eine Portraitserie sollte vor der vollständigen Produktion getestet werden
Bei grösseren Produktionen lohnt es sich, zunächst eine kleine Auswahl von Testportraits zu erstellen.
Damit lässt sich die geplante Bildsprache unter realistischen Bedingungen beurteilen.
Ein einzelnes Musterportrait genügt dafür häufig nicht.
Besser ist es, verschiedene Personen mit unterschiedlichen Kleidungsfarben, Gesichtszügen und Haarstrukturen einzubeziehen.
So wird erkennbar, ob das Lichtkonzept flexibel genug ist und der Hintergrund bei unterschiedlichen Menschen funktioniert.
Anschliessend sollten die Testbilder nicht nur einzeln betrachtet werden.
Entscheidend ist ihre Wirkung innerhalb des späteren Layouts.
Bei einer Teamseite können beispielsweise mehrere Aufnahmen nebeneinander platziert werden.
So zeigt sich, ob Augenhöhe, Bildausschnitt und Grössenverhältnisse harmonieren und die unterschiedlichen Personen dennoch eigenständig wirken.
Bei Executive Portraits sollten zusätzlich grössere Darstellungen getestet werden.
Eine Aufnahme kann in einem kleinen Profilbild überzeugen, bei einer ganzseitigen Darstellung aber gestalterische Schwächen zeigen.
Solche Tests helfen dabei, Änderungen vorzunehmen, bevor eine umfangreiche Produktion begonnen hat.
Warum neue Mitarbeitende nicht zu einer neuen Bildsprache führen sollten
Eine häufige Schwierigkeit entsteht, wenn Unternehmen ihre Portraitserien später erweitern möchten.
Der ursprüngliche Fotograf ist möglicherweise nicht verfügbar. Ein Hintergrund wurde verändert oder die Lichtgestaltung ist nicht mehr nachvollziehbar.
Die neuen Aufnahmen passen dann nur teilweise zur bestehenden Serie.
Um das zu vermeiden, sollten die wichtigsten fotografischen Entscheidungen dokumentiert werden.
Dazu gehören Lichtaufbau, Hintergrund, Kameraposition, Bildausschnitt und die grundsätzliche Farbverarbeitung.
Bei komplexeren Bildkonzepten können Referenzaufnahmen und eine kurze Beschreibung der gestalterischen Prinzipien hilfreich sein.
Die Dokumentation sollte allerdings nicht ausschliesslich aus technischen Einstellungen bestehen.
Ebenso wichtig ist festzuhalten, welche Bildwirkung angestrebt wird und welche individuellen Anpassungen zulässig sind.
So können neue Portraits entstehen, die sich in das bestehende Erscheinungsbild integrieren lassen, ohne jede Person nach einem starren Schema fotografieren zu müssen.
Für Unternehmen mit mehreren Standorten ist dieser Ansatz besonders relevant.
Eine konsistente Bildsprache sollte auch dann funktionieren, wenn die Aufnahmen an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten entstehen.
Wer entscheidet, welches Portrait veröffentlicht wird?
Die Auswahl eines Mitarbeiterportraits ist nicht nur eine gestalterische Entscheidung.
Sie betrifft auch die abgebildete Person.
Gerade bei umfangreichen Produktionen kann es sinnvoll sein, bereits vor dem Shooting festzulegen, wie die Bildauswahl abläuft.
Wählt jede Person ihr bevorzugtes Portrait selbst? Gibt es eine abschliessende Freigabe durch Corporate Communications? Werden mehrere Bilder für unterschiedliche Anwendungen benötigt?
Ein klarer Prozess verhindert unnötige Unsicherheit.
Dabei sollte die Perspektive der fotografierten Person berücksichtigt werden.
Ein Portrait, das von einer Marketingabteilung als besonders professionell beurteilt wird, muss nicht automatisch das Bild sein, in dem sich die betreffende Person am besten wiedererkennt.
Umgekehrt muss nicht jede individuelle Präferenz mit den gestalterischen Anforderungen einer Unternehmensbildwelt übereinstimmen.
Ein sinnvoller Auswahlprozess verbindet deshalb die persönliche Wahrnehmung mit dem vereinbarten fotografischen Konzept.
Die gemeinsame Bildbeurteilung während oder nach dem Shooting kann dabei helfen, nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.
Mitarbeiterportraits und das Recht am eigenen Bild
Wer Mitarbeiterportraits für eine Unternehmenswebsite oder andere öffentliche Kommunikationskanäle produziert, muss die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen berücksichtigen.
In der Schweiz ist die Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos im Intranet oder Internet grundsätzlich an die Einwilligung der betroffenen Person gebunden.
Darauf weist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ausdrücklich hin. Quelle: EDÖB
Eine solche Einwilligung sollte freiwillig und ausreichend informiert erfolgen.
Für Unternehmen bedeutet das, dass Mitarbeitende bereits vor dem Shooting wissen sollten, wofür ihre Fotografien vorgesehen sind.
Dabei ist zwischen internen Verwendungen, öffentlichen Teamseiten, Medienarbeit und werblichen Anwendungen zu unterscheiden.
Auch die spätere Aktualisierung muss berücksichtigt werden.
Wenn Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen oder eine erteilte Einwilligung widerrufen, kann eine Überprüfung der weiteren Veröffentlichung notwendig werden.
Ein durchdachtes Portraitsystem berücksichtigt deshalb nicht nur die fotografische Produktion, sondern auch die Verwaltung und Freigabe der Bilder.
Warum die Bildauswahl zur Struktur der Unternehmenswebsite passen sollte
Ein Mitarbeiterportrait ist auf einer Unternehmenswebsite selten eine isolierte Gestaltungseinheit.
Es erscheint gemeinsam mit einem Namen, einer Funktion und möglicherweise weiteren Informationen zur betreffenden Person.
Die Wirkung entsteht deshalb aus dem Zusammenspiel von Bild und Inhalt.
Eine Teamübersicht sollte erkennbar machen, welche Menschen im Unternehmen arbeiten und wie sich ihre Aufgaben unterscheiden.
Bei einer ausführlicheren Profilseite können zusätzliche Portraits sinnvoll sein, die mehr über die Person oder ihren beruflichen Kontext vermitteln.
Für eine Geschäftsleitung können grosszügige Editorial Portraits einen anderen visuellen Rahmen schaffen.
Dabei ist jedoch wichtig, dass die Unterschiede in der Darstellung nachvollziehbar bleiben.
Eine gute Informationsarchitektur bestimmt, welche Bilder benötigt werden. Nicht umgekehrt.
Auch die Zugänglichkeit der Website gehört dazu.
Das World Wide Web Consortium (W3C) empfiehlt, informative Bilder mit geeigneten Textalternativen zu versehen. Entscheidend ist dabei, welche Information das Bild innerhalb seines jeweiligen Zusammenhangs vermittelt. Quelle: W3C
Bei einem Mitarbeiterportrait kann das beispielsweise eine kurze Identifikation der abgebildeten Person sein, sofern diese Information nicht bereits gleichwertig im unmittelbaren Kontext zugänglich ist.
Ausführliche Beschreibungen von Kleidung oder Gesichtsausdruck sind dagegen nicht in jeder Anwendung notwendig.
Die fotografische Gestaltung sollte Menschen sichtbar machen. Die Gestaltung der Website muss zusätzlich dafür sorgen, dass diese Informationen für alle Besucher zugänglich bleiben.
Was Unternehmen vor einer Portraitproduktion klären sollten
Die Vorbereitung einer Mitarbeiterportrait-Produktion beginnt mit der Frage, welche Aufgabe die Fotografien übernehmen sollen.
Einige Unternehmen benötigen ausschliesslich eine aktualisierte Teamübersicht. Andere möchten ihre Führungskräfte, fachlichen Spezialisten und unterschiedlichen Abteilungen innerhalb einer umfassenderen visuellen Unternehmenskommunikation darstellen.
Daraus ergeben sich unterschiedliche fotografische Anforderungen.
Vor einer Produktion sollten insbesondere die späteren Bildformate, die Anzahl der fotografierten Personen und die gewünschten Portraittypen bekannt sein.
Ebenso wichtig sind organisatorische Fragen.
Wann stehen Mitarbeitende zur Verfügung? Können mehrere Personen nacheinander fotografiert werden? Gibt es geeignete Räume für ein mobiles Studio? Werden ergänzende Aufnahmen am Arbeitsplatz benötigt?
Bei Executive Portraits kommen möglicherweise zusätzliche Abstimmungen mit Corporate Communications und der Geschäftsleitung hinzu.
Auch die spätere Auswahl, Freigabe und Nutzung der Bilder sollte frühzeitig vereinbart werden.
Eine gute Vorbereitung reduziert dabei nicht nur den organisatorischen Aufwand.
Sie schafft vor allem die Voraussetzungen dafür, dass sich der Fotograf während der Produktion auf die Menschen konzentrieren kann.
Häufig gestellte Fragen zu Mitarbeiterportraits und Executive Portraits
Was unterscheidet Mitarbeiterportraits von Executive Portraits?
Mitarbeiterportraits dienen häufig der Vorstellung von Personen auf Teamseiten, in beruflichen Profilen oder innerhalb der Unternehmenskommunikation. Executive Portraits werden zusätzlich für Geschäftsberichte, Interviews, Medienarbeit und andere öffentliche Anwendungen benötigt. Deshalb können bei Führungskräften mehrere Bildformate und eine umfangreichere fotografische Gestaltung sinnvoll sein. Die Anforderungen an die fotografische Qualität sind bei beiden Portraittypen gleich hoch.
Müssen alle Mitarbeiterportraits denselben Hintergrund haben?
Nein. Ein einheitlicher Hintergrund kann eine konsistente Portraitserie unterstützen, ist aber keine zwingende Voraussetzung. Wiedererkennbarkeit kann auch durch Lichtgestaltung, Bildausschnitt, Farbgebung und gemeinsame kompositorische Prinzipien entstehen. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der visuellen Identität des Unternehmens und den späteren Anwendungen ab.
Wie lassen sich individuelle Persönlichkeiten innerhalb einer einheitlichen Bildsprache darstellen?
Indem die grundlegenden fotografischen Parameter konsistent bleiben, während Haltung, Ausdruck und gegebenenfalls Bildkomposition individuell angepasst werden. So können Portraits als zusammengehörige Serie erscheinen, ohne dass jede Person dieselbe Pose einnehmen muss. Entscheidend ist eine klare fotografische Anleitung und genügend Spielraum für natürliche Unterschiede.
Wie viel Zeit sollte für Executive Portraits eingeplant werden?
Das hängt vom gewünschten Bildumfang ab. Für ein einzelnes klassisches Portrait ist weniger Zeit notwendig als für eine Serie unterschiedlicher Aufnahmen für Geschäftsberichte, Medienarbeit und Unternehmenskommunikation. Wenn mehrere Outfits, Hintergründe oder räumliche Situationen vorgesehen sind, sollte dies bereits in der Produktionsplanung berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht die Position der Person, sondern die Anzahl der benötigten Motive.
Wie können Unternehmen Portraits neuer Mitarbeitender ergänzen?
Dafür sollte die ursprüngliche Bildsprache dokumentiert werden. Hintergrund, Lichtgestaltung, Kameraperspektive, Bildausschnitt und Farbverarbeitung bilden eine reproduzierbare Grundlage. Neue Mitarbeitende können dadurch zu einem späteren Zeitpunkt fotografiert werden, ohne dass die gesamte bestehende Portraitserie erneuert werden muss.
Brauchen Mitarbeiterportraits eine Einwilligung der abgebildeten Personen?
Für die Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos im Intranet oder Internet ist in der Schweiz grundsätzlich eine Einwilligung erforderlich. Mitarbeitende sollten deshalb vor dem Shooting über die geplante Verwendung informiert werden. Besonders bei öffentlichen Unternehmenswebsites, Werbung und Medienarbeit empfiehlt sich eine klare Dokumentation der Freigabe. Auch ein späterer Widerruf muss bei der Verwaltung der Bilder berücksichtigt werden.
Weiterführende Quellen
Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter
Offizielle Informationen zur Bearbeitung von Mitarbeiterdaten und zur Veröffentlichung von Fotografien angestellter Personen im Intranet und Internet.
EDÖB – Datenbearbeitung durch den Arbeitgeber
Nikon – Portrait Photography
Technische Grundlagen zu Portraitfotografie, Lichtführung, Kameraposition und der Wahl geeigneter Brennweiten.
World Wide Web Consortium – Images Tutorial
Internationale Empfehlungen für den barrierefreien Einsatz von Fotografien und anderen Bildern auf Websites, insbesondere zur Verwendung von Alternativtexten.
Portraitfotografie, die Menschen und Unternehmen gerecht wird
Ein gutes Mitarbeiterportrait benötigt eine klare fotografische Gestaltung und genügend Raum für die Person, die es zeigt. Bei grösseren Teams kommt die Aufgabe hinzu, unterschiedliche Menschen innerhalb einer gemeinsamen visuellen Identität zusammenzuführen.
LAD.studio entwickelt Portraitkonzepte für Unternehmen, Führungskräfte und Teams. Von klassischen Mitarbeiterportraits bis zu individuell gestalteten Executive Portraits entstehen Fotografien, die auf ihre spätere Verwendung abgestimmt sind und sich in die bestehende Unternehmenskommunikation integrieren lassen.
Die Grundlage bilden eine sorgfältige Konzeption, eine präzise fotografische Umsetzung und ein Verständnis dafür, wie einzelne Portraits innerhalb einer grösseren Bildwelt funktionieren.






